Wandfarbe Test

Wer seine vier Wände selbst renovieren möchte – wegen Umzug oder einfach, um etwas frischen Wind hereinzubringen -, greift aus oft selbst zu Pinsel und Farbrolle. Die Auswahl an Wandfarben für den Innenbereich ist immens groß, nicht nur hinsichtlich der Farben, sondern auch der Qualität, Deckkraft, Abriebfestigkeit und vieles mehr. Hinzu kommen Überlegungen, welche Eigenschaften die Farbe für den vorgesehenen Raum mitbringen sollte. Für Nassräume lauten die Bedingungen anders als für die Kinderzimmer. Außerdem: Das teuerste Produkt muss nicht automatisch das beste sein, umgekehrt ist das günstigste nicht das schlechteste. Worauf bei der Auswahl der „richtigen“ Wandfarbe geachtet werden soll, wird hier genauer beschrieben.

Die Top 5 der Wandfarben

BILD PRODUKT BEWERTUNG BESCHREIBUNG PREIS ANGEBOT
1 Alpina Innenfarbe, universelle Wandfarbe, 10 Liter, weiß, matt ALPINA Innenfarbe Test
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4 Herbol Profi DIN Weiss weiß, 12,5 Liter Herbol Profi DIN Weiß Test
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5 McPaint Wandfarbe Qualitätsweiß matt 10 Liter, weiß McPaint Wandfarbe Qualitätsweiß Test
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Die Deckkraft der Wandfarbe

Wandfarben mit einer hohen Deckkraft enthalten mehr Weißpigmente als solche, deren Deckkraft geringer ist. Weißpigmente sind auch unter dem Fachbegriff „Titandioxid“ bekannt – ein relativ kostspieliger Rohstoff, der den Preis der Wandfarbe entsprechend hochtreibt. Hier steckt der Verbraucher häufig in einem Dilemma. Mit einer auf dem ersten Blick günstigen Farbe benötigt man vielleicht bis zu drei Anstriche, bei den teureren nur einen. Umgekehrt gedacht: Von der günstigen Farbe wird dreimal so viel Material benötigt, um dasselbe Ergebnis zu erhalten. In diesem Moment relativiert sich der Preis, und die nötige Arbeitszeit reduziert sich gleichzeitig enorm.

Um es beim Einkauf etwas einfacher zu haben, lohnt sich ein Blick auf die so genannte Deckkraftklasse. Festgelegt wird diese nach DIN EN 13300:2002 anhand der Kontrastverhältnisse. Je höher das Verhältnis, desto besser die Deckkraft. Die Deckkraftklasse 4 ist die schlechteste, Klasse 1 die beste.

Der Nassabrieb

Je nachdem, in welchem Bereich der Wohnung neu gestrichen werden soll, lohnt sich ein weiterer Blick auf die Nassabriebbeständigkeit, die ebenfalls in Klassen eingeteilt ist. Bei Wandfarben mit der höchsten Beständigkeit kann ein Schmutzfleck oder ein kleines Kunstwerk aus Kinderhand schnell abgewischt werden, ohne dass die Farbe leidet. Auch hier zeigte sich bei entsprechenden Tests, dass die teureren Wandfarben die höchste Abriebbeständigkeit haben. Hier ist eine Reinigung mit einem Scheuerschwamm problemlos möglich; bei günstigen Marken zeigte sich schnell ein Farbabtrag.

Wie bei der Deckkraft gilt: Je höher die Nassabriebbeständigkeits-Klasse, desto höher der Schichtdickenverlust. Farben der Klasse 1 zeigen auch nach 200 Scheuerzyklen so gut wie gar keinen Abrieb, während bei Farben der Klasse 5 schon nach 40 Scheuerzyklen ein deutlicher Verlust der Schichtdicke festgestellt wurde.

Schadstoffe

Leider ist es so, dass jede Wandfarbe Schadstoffe ausdünstet, die die Gesundheit des Menschen mehr oder weniger beeinträchtigen können. So sind beispielsweise Aldehyde in fast allen Wandfarben enthalten, allerdings in deutlich unterschiedlicher Konzentration. Je höher die Konzentration, desto höher die Gefährdung für die Gesundheit. Beobachtet werden u. a. Schleimhautreizungen, Konzentrationsschwäche, hohe Müdigkeit und Kopfschmerzen. Beim Kauf von Wandfarbe sollte also unbedingt auf die Konzentration enthaltener Aldehyde geachtet werden.

Auch auf die Mengen chlorhaltiger Konservierungsstoffe sollte geachtet werden, zumal bei der Herstellung laut Fachleuten durchaus vollständig darauf verzichtet werden kann. Wer nicht empfindlich auf chlorhaltige Konservierungsstoffe reagiert, kann die entsprechenden Farben bedenkenlos verwenden; bei sensiblen Personen können diese Inhaltsstoffe jedoch allergische Reaktionen hervorrufen.

Die perfekte Farbauswahl

Das Sortiment an Farbtönen ist inzwischen unermesslich groß; hinzu kommen die Möglichkeiten, eigene Farbkreationen durch Abtönen (Mischen von weißer und Volltonfarbe) zu finden. Mit dem richtigen Farbton lassen sich nicht nur tolle Effekte erzielen; auch „problematische“ Räume lassen sich wunderbar in Szene setzen.

Grundsätzlich gilt: Je kleiner und/oder dunkler der Raum, desto heller die Farbe. Helle Farben lassen kleine Zimmer optisch größer erscheinen. Tageslicht wird reflektiert und lässt den Raum zusätzlich heller wirken. Hingegen schlucken dunklere Farben das Licht, in solchen Räumen wird erfahrungsgemäß eher das elektrische Licht eingeschaltet.

Außerdem wird Farben durchaus eine psychologische Wirkung zugeschrieben. Unterschieden wird in erster Linie zwischen kalten und warmen Farben. Zu den warmen Farben zählen Rot, Rosa, Orange und Gelb, während Blau, Türkis und Violett zu den kalten Farben gehören. Grün, Braun und Weiß werden zu den so genannten neutralen Farbtönen gezählt.

Um niedrige Räumen optisch zu erhöhen, bietet sich die Farbe Gelb an. Gelbe Decken lassen den Raum größer und geräumiger erscheinen, außerdem vermittelt die Farbe Lebensfreude und fördert die Konzentration. In Gelb gestrichene Wände wirken wärmend und verbessern das Wohlfühlklima. Für Tagungsräume in Hotels, aber auch für Kinder- und Jugendzimmer ist Gelb eine hervorragende Wahl.

Wirken die Zimmerwände dagegen zu hoch, bietet sich die Farbe Orange an, sie staucht den Raum optisch. Orange ist eine äußerst warme Farbe, die Behaglichkeit vermittelt, und eignet sich daher für den Ess- und Wohnbereich sehr gut.

Einen Raum vollständig in Rot zu streichen, ist wenig empfehlenswert. Sie gehört zwar ebenfalls zu den warmen Farben, wirkt aber eher reizend und beunruhigend. In Rot gestrichene Decken lassen diese schwer wirken und vermitteln ein Gefühl von Enge. Für das Setzen effektvoller Akzente ist die Farbe jedoch sehr gut geeignet.

Auch die kalten Farben sollten sparsam und zielgerichtet eingesetzt werden. Blau ist eine sehr kühle Farbe und sollte in großen Räumen möglichst gar nicht verwendet werden, da sogar die Raumtemperatur kühler wirkt. Sparsam verwendet wirkt Blau entspannend und beruhigend; eine blaue Schlafzimmerdecke fördert das Einschlafen und einen erholsamen Schlaf.

Ähnliches gilt für Violett, eine edle Farbe, die jedoch sehr ambivalent in ihrer Wirkung ist. In Violett gestrichene Zimmerdecken wirken schwer und erdrückend; in Esszimmer und Küche dämpft sie angeblich sogar den Appetit. Wer violette Farbe in seiner Wohnung verwenden möchte, sollte unbedingt darauf achten, wo und in welchem Umfang sie eingesetzt wird. Ähnlich wie bei roter Farbe lassen sich mit ihr tolle Akzente setzen, sie lässt die Umgebung edel und feierlich wirken.

Türkis – eine Mischung aus Blau und Grün – zählt ebenfalls zu den kalten Farben. Sie wirkt einerseits beruhigend, andererseits verbreitet sie eine fröhliche Stimmung. Ihr maritimes Flair stellt sie besonders im Bad optimal in Szene. Kombiniert mit einem satten Blau, verwandelt sie ein schlichtes Badezimmer in eine entspannende Spa-Oase.

Auch die neutralen Farben lassen sich optimal verwenden. Grün vermittelt Entspannung und wirkt gleichzeitig vitalisierend und ist daher für das Arbeitszimmer und den Wohnbereich bestens geeignet.

Rustikale Räume profitieren von der Farbe Braun, zumal es hier zahllose Abstufungen von weichem Ocker bis hin zum massiven Eichenton gibt. Je heller das Braun, desto belebender die Wirkung. Allerdings ist daran zu denken, dass dunkles Braun einengend wirkt, viel Tageslicht schluckt und die Räume entsprechend dunkel wirken lässt.